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Kunstspaziergänge auf Reisen
        

Dienstag, 26. September 2006

Kunstspaziergänge in den Städten der Toskana (2)

Neptunbrunnen

Man kann es so oder so sehen:

Die Hochzeit von Francesco de Medici mit Johanna von Österreich bot 1565 den Anlaß zur Errichtung der größten Brunnenanlage der Stadt. Der Meergott Neptun steigt in Anspielung auf die neuerrungene Seeherrschaft der Florentiner aus dem Wasser empor. Bartolomeo Ammanatis Plastik stieß bei den Florentinern nur auf wenig Gegenliebe. Die massige Gestalt des Meergottes bezeichneten sie spöttisch als »biancone«, den großen Weißen, und verurteilten die Plastik in einem drastischen Vers: Ammanato, ehe bel marmor ha rovinato! (Ammanato, welch schönen Marmor hast du ruiniert).

Eis aus der Muscheltüte

Bartolomeo Ammanati war ein Schüler des Baccio Bandinelli und des Jacopo Sansovino. Sein Werk ist ausgezeichnet durch Umfang und durch Reichtum seiner phantastischen Verzierungen. Aus einem Kreise von bronzenen Meergöttern erhebt sich der kolossale Neptun. Vier Seepferde ziehen seinen Wagen. Die Figur selbst ist aus weißem Marmor, von gut herausstrebender Kraft ... Im übrigen ist das ganze Brunnenwerk stark barock, aber das verzeiht man ihm und mag es sogar gut leiden, weil sich mit Fontänen das Phantastische recht wohl verträgt, und weil die reiche Verzierung eher als der Ausdruck die Hauptsache ist. Das Ganze wirkt im Verein so vieler Figuren recht lebendig und is wirklich eine Zierde des Platzes.
(so steht es im Gregorovius)

Neptuns Kumpel

7:37:26 PM    comment []

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