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Samstag, 6. November 2004 |
Ernst Moritz Arndt beschreibt in seinem Reisebericht „Pariser Sommer 1799“ das Leben auf den Pariser Boulevards zehn Jahre nach der Revolution. Zu dieser Zeit sind die Boulevards noch weitgehend Bühnen des öffentlichen Lebens. Sie schufen sogar – wie Walter Benjamin im Passagenwerk meint – einen eigenen Menschentypus, den Flaneur. Den Flanierenden leitet die Straße in eine entschwundene Zeit. ... Sie führt hinab ... in eine Vergangenheit, die um so bannender sein kann, als sie nicht seine eigene, private ist. ... Das Gehen gewinnt mit jedem Schritte wachsende Gewalt; immer geringer werden die Verführungen der Läden, der Bistros, der lächelnden Frauen, immer unwiderstehlicher der Magnetismus der nächsten Straßenecke, einer fernen Masse Laubes, eines Straßennamens. Der anamnestische Rausch, in dem sich der Flaneurs befinden soll, braucht allerdings Zeit: 1839 war es elegant, beim Promenieren eine Schildkröte mit sich zu führen. Das gibt einen Begriff vom Tempo des Flanierens. aus: Peter Winterhoff-Spurk
Lebenslust in merkantilen Räumen?
Eine psychologische Attacke. (mehr hier)
10:14:09 AM
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