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Sonntag, 4. September 2005 |
Kunstspaziergänge in Venedig (5)
Tino Sehgal im deutschen Pavillon der 51. Biennale von Venedig
Tino Sehgals Kunst füllt keine Flächen, trägt keinen Rahmen, hängt an keiner Wand. Sie ist immateriell. Gleichwohl besetzt sie Museumsräume - mit Stimmen, Körpergestik und Mimik. Sie nimmt aus dem Moment heraus Gestalt an und bleibt dann nur Erinnerung. Abspielen kann sich das beispielsweise so: In einer Berliner Ausstellung kommt eine junge Frau hinter dem Tresen hervor, sie lächelt den Eintretenden an - und fällt ihm vor die Füße. Sie liegt da, erst starr, dann stöhnend und murmelnd zu sich kommend, sie heult. Erschrocken, konsterniert, hilflos sucht der Gast der Frau aufzuhelfen. Aber noch bevor er zum Handy greifen kann, um einen Arzt zu holen, steht sie auf, lacht und sagt laut und deutlich: "This exhibition, 2004. Courtesy the artist. Tino Sehgal." (weiter bei Ingeborg Ruthe hier) Der Künstler Tino Sehgal und der Philosoph Peter Sloterdijk - ein ZEIT-Gespräch zur Biennale in Vendig
7:47:36 PM
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